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Hat man nicht tolle Freunde, die einem zum Geburtstag etwas schenken, wobei man möglichst den totalen Horror bekommen soll? 

Na gut...sie haben sich dann dazu entschlossen, den Horror mitzumachen.

Aber von Anfang an: Das Geschenk war ein Wildwasserrafting. Und damit es nicht nur Null Acht Fünfzehn auf der Neiße stattfindet, wurde das Ganze kurzerhand nach Tirol verlegt. Auf den Inn....In den Inn....Unter den Inn?

Die Anreise bestand überwiegend aus deutschen Autobahnen und Regen. Auch als wir nach Österreich kamen, war von Bergen nicht viel zu erblicken.

Bergorama

Darum beließen wir es an dem ersten Abend bei einem Stadtrundgang durch das kleine Örtchen Imst und der Suche nach etwas Essbarem.


Rafting auf dem Inn

Am nächsten Morgen war ich daher erstaunt, wo auf einmal die ganzen Berge herkamen. Der Nebel hatte sich gelüftet. Aber für Bewunderung blieb keine Zeit, denn es stand das Rafting in der Nähe von Imst an. Das Wetter sah immer noch trübe aus und es nieselte, aber nass würden wir heute sowieso werden. Nach einer kurzen Einweisung vor Ort, mussten wir uns direkt in Neoprenanzüge quetschen.

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Mit der Vollmontour und Helm ging es mit dem Kleintransporter zur Anlegestelle. Die Boote mussten wir noch ein Stück tragen. Auf einem kleinen Platz folgte dann die Einteilung der Gruppen und das Einüben der Kommandos. Da unser Trupp schon bei bester Laune war, teilte die Cheforganisatorin uns gleich bei sich ein. Eine junge Frau aus Irland.

Nachdem alle Kommandos verinnerlicht waren, konnten wir die Neoprenanzüge befeuchten. Im 4 °C kalten Fluss. Bibber!!!

Ein Boot nach dem anderen wurde zu Wasser gelassen und wir schipperten langsam los.

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Als unsere Steuerfrau uns gerade die Rettungsleine zeigte und diese ins Boot werfen wollte, fiel sie "rein zufällig" über Bord und verhakte sich unterm Bug. Also: Alle raus!! Boot umdrehen, Leine einsammeln und wieder an Bord. Ging ja gut los.

Kaum wieder im Boot, näherte sich die erste Stromschnelle. Paddel bereithalten. Und ab ging die wilde Fahrt. So viel Spaß hatte ich lange nicht mehr.

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Die ruhigen Passagen nutzte unsere Steuerfrau für ein paar kleine Spieleinlagen. "Tequila" nennt es sich offensichtlich, seinen Oberkörper soweit rückwärts übers Boot zu lehnen, bis der Kopf im Wasser eintaucht.

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Nach einigen Schwimmübungen im Fluss, dem Entern anderer Boote und paddeln im Stehen durften wir auch nochmal auf dem Bug Platz nehmen.

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Nachdem die Boote im Trockenen waren und wir selbst diesen Zustand auch wiedererlangt hatten, folgte noch ein Abschluss mit einem leckeren Obstler. "Sche wars" oder was auch immer der Österreicher sagen würde.


Oldtimer und Berge

So eine Bootstour die macht...hungrig!! Nur gut, dass wir auf dem Weg zum Rafting einen coolen "American Diner" gesehen hatten. Vielleicht sonst nicht unbedingt ein Foto wert, war dieser doch von einer Menge Oldtimer umgeben und auch aus solchen zusammengesetzt.

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Etwas besorgniserregend erschien uns jedoch, dass hier schon Leute verhungert waren. Eventuell hatte auch einfach nur der "Drive In" geschlossen.

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Keiner der Wagen schien noch in Gebrauch. Einige wirkten ausgelaugt, ...

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...andere angenagt und manche hielten nur noch in der Gruppe zusammen.

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Auch wenn es einen gewissen Charme hatte, Autoliebhabern würde das Herz bluten. Aber wir waren ja zum Essen dort.

So gestärkt wollten wir den Abend jedoch nicht in der Ferienwohnung verbringen. Also beschlossen wir, uns noch etwas die Gegend anzuschauen. 

Ich mein Berge... Berge...soweit man sieht. Fällt eigentlich auf, dass ich sonst im Flachland wohne?

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Also schlenderten wir zu einem "kleinen" Spaziergang los. Bewaffnet mit gewissen "Maps"... was kann schon schiefgehen?

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Naja, ich will es mal so formulieren: Taschenlampen an Handys sind gut und man sollte beim Planen der Route etwas auf die Uhrzeit achten. Wenigstens der Ausblick auf Imst war auch bei Nacht schön.

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Rosengartenschlucht und Muttekopf

Man fährt ja nicht bis Österreich, nur um mal im Wasser zu planschen. Nur gut das Imst auch noch mehr zu bieten hat. Die steilen Häuser ließen es schon vermuten: Hier geht es bergauf!

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Und so ging es eher gemächlich die schmalen Passagen hinauf.

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Aber der Ausblick war die Mühe wert!

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Über Holzbretter, glitschige Steine, enge Berghänge und Wasserfälle...

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...kamen wir weiter oben zur Blauen Grotte, deren Eingang etwas versteckt am Wegrand lag. Nein, nicht die Blaue Lagune - das war etwas anderes. 

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Der schmale Flusslauf scheint sich gut zum "Canyoning" zu eignen. Zumindest zeugten allerlei Kletterseile direkt im Bachlauf davon.

Weiter oben wurde das Gelände wieder flacher und weitläufiger. Vor uns erstreckte sich plötzlich das breite, steinige Flussbett des Schinderbaches.

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Und was machen erwachsene Männer, wenn sie genug Steine und einen Flusslauf haben??? Rüchtüsch. Da wird erstmal kräftig "umgeleitet". Wie im Straßenverkehr. Oder einfach nur hoch gestapelt.

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Muttekopf

Nach diesem ganzen Gelaufe machte sich schnell der Hunger bemerkbar. Nur gut, dass in der Nähe die Talstation des Sesselliftes war. Dort wurde ersteinmal "eingekehrt". 

Nach erfolgreicher Stärkung ging es mit dem Lift weiter zur Mittelstation, auf ca. 1490 m Höhe.

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Mit getrübtem Blick nach oben war das Ziel klar: Die Schneegrenze!! Zugegeben sehr ambitioniert.

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Anfangs stiefelten wir noch recht schnellen Schrittes dem Flusslauf hinterher. Links und Rechts säumte ein "Rudel" Kühe den Weg.

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Die Tiere sahen ganz schön dürr aus. Wahrscheinlich werden sie für Magermilch gezüchtet.

Gefühlt wurde der Weg immer länger. Die Krüppel-Fraktion von uns fiel langsam aber sicher zurück. Die anderen zwei Verrückten wollten unbedingt noch zur Schneegrenze hoch und sprinteten davon.

Ungefähr auf Höhe der Latschenhütte brachte uns das Alpenpanorama dann aber entgültig zum Stehen... Das und die morschen Knochen.

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Neben Magermilchproduzenten gab es auch einen kleinen Wasserfall sowie einen Steinkreis zu entdecken. Der kann ja nur von Außerirdischen stammen. Erich von Dänekin würde mir da sicher zustimmen.

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Wir setzten uns dort auf einen größeren Stein und genossen die Sonne und den postkartengleichen Ausblick auf den Muttekopf vor uns. Ob die anderen wohl schon im Schnee spielten?

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Man hätte hier durchaus verweilen können, wenn da nicht der Zeitdruck der letzten Talfahrt drängeln würde. Nach einem kurzen Telefonat mit den anderen Delinquenten machten wir uns auf den Rückweg. Leider haben die beiden es nicht bis zum kühlen Weiß geschafft. So trafen wir uns an einer Weggabelung und gingen wieder vollzählig zur Station zurück.

Der Versuch anstatt Schnee wenigstens noch eine Kuh anzufassen, endete in einem katzenartigen Fluchtreflex des Tieres. 

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Doch ein Highlight wartete ja noch auf uns: der "Alpine Coaster". Auf einer Länge von 3535 m ging es diesmal die 500 Höhenmeter rutschend nach unten. Also volle Kraft voraus.

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Nachdem auch der Langsamste von uns...*hust* ich..... ankam, stand der Abstieg nach Imst an. 

Um den Ausblick etwas zu erweitern, nahmen wir diesmal die Straße nach unten. Nicht so jedoch unsere zwei Übermotivierten. Wohl noch nicht ausreichend ausgelastet, wollten die beiden die Rosengartenschlucht hinunter sprinten.

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Auf der Straße hinunter begegnete uns das erste mal ein Phänomen, welches wir in den folgenden Tagen noch öfter und extremer zu Gesicht bekommen würden. Die Tiroler scheinen Sitzbänke entweder extrem schlecht zu positionieren oder alpine Bäume wachsen gern an Bänken. Zumindest war fast jeder Aussichtspunkt mit Bank von Grünzeug zugewachsen. Eine Stelle zum Durchschieben der Linse fand sich dennoch.

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Vor uns tauchte langsam wieder Imst auf. Geschafft! Die Sprinter warteten schon eine Weile auf uns.

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Fernstein

Eigentlich wollten wir ja einen kleinen Abstecher nach Venedig machen.... Ein kurzer Blick auf die Karte verriet jedoch Fahrtzeiten jenseits von Gut und Böse, weshalb wir umdisponierten. Nur gut, dass es das Internetz gibt, wo sich nach ein wenig Recherche eine Alternative fand. Der Fernstein. 

Das recht übersichtliche Areal besteht als Naherholungsgebiet aus dem Schloss Fernstein, dem Fernsteinsee und der "Vierzehn Nothelfer Kapelle". Heißt die wirklich so?

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Ersteinmal hinauf, runter geht es dann schneller. Vorbei an einigen kleinen Bachläufen tauchte hinter den Bäumen dann das Schloss auf. Ob hier wohl die schöne Prinzessin schläft?

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Von außen wirkte es noch recht märchenhaft, doch war es innen ziemlich enttäuschend. In das kleine Schloss selbst gelangte man nicht hinein, der Innenhof gab auch nicht viel her und eine Prinzessin haben wir leider auch nicht gefunden.

Also gingen wir weiter den Berg hinauf. Vorbei an einigen Felsformationen endete der Bergpfad vor einer Bank.... Muss ich noch mehr sagen? Natürlich waren wieder Bäume davor. Langsam zeichnete sich ein Muster ab. Der Aussicht berraubt, nahmen wir notgedrungen den selben Weg zurück und gingen weiter hinunter zum Fernsteinsee. Man könnte ja eine kleine Bootstour machen, nachdem man sich im Cafe etwas gestärkt hatte.

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Aber auch hier war an dem Tag irgendwie der Wurm drin. Die Tretboote gehörten scheinbar niemandem und sahen auch nicht sonderlich einladend aus. Also nahmen wir den Fußbus und wanderten um den See herum.

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 Manch einer, bei dem die Welt ab und an mal auf dem Kopf steht.....

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...schien sich hier seine private Erholungsinsel gesucht zu haben.

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Auf der anderen Seite des Sees passierten wir ein kleines Gatter und gelangten auf eine Kuhweide direkt am See, die von großen und kleinen Tieren bevölkert wurde.

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Als wir fast einmal um den See herum wahren, warfen wir einen letzten Blick auf den Fernstein bevor wir uns wieder auf den Weg machten. 

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Da der Tag noch jung war, suchten wir uns zum Aufwärmen ein Hallenbad. Im Whirlpool genossen wir den Ausblick auf die Zugspitze. Abschalten pur!

Auf dem Rückweg über den Fernpass legten wir noch einen kurzen Zwischenstopp am "Zugspitzblick" ein und genossen die Aussicht. Diesmal ohne Bank!

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Innsbruck

Der letzte Tag und immer noch keinen Schnee gehabt. Zeit etwas höher zu kommen. Um nicht immer den selben Ort zu sehen, ging es mit dem Auto nach Innsbruck.

Dort angekommen, gingen wir direkt zum Angriff über und nutzten die Bergbahn zum Nordpark hinauf.

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Während wir auf die Seilbahn warteten, die uns weiter hinauf zur Seegrube auf der Nordkette bringen sollte, breitete sich Innsbruck  vor uns aus.

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Als wir weiter nach oben gelangten, verschwand die Stadt allmählich unter den Wolken.

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Vor uns lag ein Downhill-Parkour (Beginn am gelben Tor), bei dem sich zwei Jugendliche bereits nach 10 Metern das erste Mal auf dem Boden wälzten. Bei den Schafen neben uns sah das etwas eleganter aus.

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Der Blick nach oben machte klar, warum wir uns gegen das Laufen entschieden hatten. Wir wollten nicht enden wie die Radfahrer!

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Endlich Schnee!! Oben auf der Hafelkar angekommen, konnten wir das nun auch von der Checkliste streichen.

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Der Schneemann wurde der Hit bei einer asiatischen Reisegruppe. Bei seinem Aussehen auch kein Wunder!!

Über den Wolken schien die Freiheit wohl wirklich grenzenlos. Zumindest vermittelten die endlosen Bergketten den Eindruck.

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Aber kein Bergaufstieg...Auffahrt...ohne den Gipfel zu erstürmen. Nun gut, gemütlich zu erlaufen!

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Als "Bergsöhne Innsbruck" würden wir uns sicher nicht bezeichnen. Aber Oben ist Oben!

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Wer hoch geht, muss auch wieder runter kommen! Denn da wartete ja noch Innsbruck auf uns.

In der Innenstadt angekommen, schraubten wir uns erst einmal den Stadtturm hinauf. Überblick ist ja schließlich alles.

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Nach der obligatorischen Sachertorte im örtlichen Cafe, erkundeten wir weiter die Stadt.

Auf dem Weg begegnete uns dann wieder das altbekannte Aussichtsbank-Problem. Die Krönung aller Bänke hinter versperrten Aussichten!!

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Vielleicht haben die Österreicher zu viel Ausblick und brauchen daher Ruhepunkte die sie abschotten?

Ein letzter Abstecher führte uns in den Botanischen Garten, der überwiegend einheimische Pflanzen beherbergt.

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Und zum Schluss noch ein letzter Blick auf Innsbruck, bevor es wieder nach Hause ging. 

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Ein schöner Kurzurlaub zum Auftanken und Abschalten. Vielen Dank an die verrückte Bande, die es organisiert hat. Es hat eine Menge Spaß gemacht!!